Mal ehrlich, hast du Tokio im Winter auf dem Schirm? Die meisten warten ja auf die Kirschblüte, aber für mich hat Ende Februar einen ganz besonderen Reiz. Die Winterluft ist so unglaublich klar, dass der Fuji oft direkt hinter den Wolkenkratzern zu stehen scheint. Dazu kommen deutlich weniger Touristen als im Frühling, was die Stadt viel entspannter macht. Tagsüber hast du meist um die 10 °C – Jacke zu und los. Und während alle anderen noch auf die Sakura warten, fangen hier schon die ersten Pflaumenbäume an zu blühen.
Shibuya — 229 Meter über dem Winterhimmel
Für mich ist der absolute Wahnsinn. Auf 229 Metern stehst du auf dem Dach des Scramble Square und hast gerade im Februar eine Fernsicht, von der man im schwülen Sommer nur träumen kann. Der Fuji zeigt sich oft gestochen scharf am Horizont. Ein wichtiger Tipp von mir: Wenn du zum Sonnenuntergang hoch willst, musst du unbedingt zwei Wochen im Voraus buchen. Die Slots sind schneller weg, als du schauen kannst. Der Eintritt kostet dich 2.000 JPY (ca. 12,50 €).
Unten im Gewusel rund um das berühmte Shibuya Crossing warten die Hachiko-Statue und das 109-Kaufhaus auf dich. Mein persönliches Highlight ist aber . Stell dir vor: Rindfleisch in knuspriger Panko-Panade, das du am Tisch auf einem heißen Stein selbst fertig brätst. Es zischt, es duftet – einfach herrlich. Das Menü startet bei 1.930 JPY (ca. 12 €). Der einzige Haken? Der Laden ist winzig (neun Plätze!) und Reservierungen gibt es nicht. Bring also etwas Geduld mit. Falls die Schlange mal wieder zu lang ist, geh einfach zu Katsu Midori für Sushi oder schlürf eine Ramen bei Ichiran.
Orte
30
Sightseeing
6Bar
3Cafe
2Landmark
6Restaurant
13Akihabara — Technik, Subkultur und Kulinarik
Akihabara muss man einfach erlebt haben. Es blinkt, es piept, es ist laut – das Zentrum für Anime und Nerd-Kultur. Im kannst du dich seit den 60ern in Modellbau und Figuren verlieren. Oder du wirfst dein Kleingeld in die Gachapon-Automaten (200–500 JPY pro Kapsel), das macht echt süchtig. Retro-Fans finden bei Super Potato das Paradies. Und ja, auch die Maid Cafés gehören dazu. Im "at-home cafe" zahlst du für die Show und einen Snack etwa 2.000 bis 3.000 JPY (ca. 12,50–19 €).
Essen kannst du hier übrigens auch richtig gut. Das Toritsune Shizendo hat sogar einen Bib Gourmand für sein Oyakodon (Huhn mit Ei auf Reis) bekommen. Oder du probierst das deftige Curry bei Go Go Curry für unter 1.000 JPY (ca. 6,25 €). Kein Witz, das macht satt für den ganzen Tag.
Akihabara ist am Wochenende echt voll. Wenn du kannst, komm unter der Woche vormittags vorbei. Die meisten Shops machen zwischen 10:00 und 11:00 Uhr auf – dann ist es viel entspannter.
Shinjuku — Von Tsukemen zu historischen Gassen
In Shinjuku solltest du unbedingt Tsukemen probieren. Bei bekommst du dicke Nudeln, die du in eine ultra-intensive Brühe aus Fischpulver und Schweineknochen tunkst. Ein Gedicht ab 900 JPY (ca. 5,60 €). Stell dich mittags auf 20 bis 30 Minuten Wartezeit ein, aber es lohnt sich wirklich.
Du willst eine Aussicht, aber nichts zahlen? Dann ab ins Rathaus zum . Auf 202 Metern siehst du bei gutem Wetter Fuji, Tokyo Tower und Skytree. Der Nordturm ist bis 22:00 Uhr offen. Vom Bahnhof Shinjuku läufst du etwa zehn Minuten.
Abends zieht es mich immer in die . In dieser engen Gasse drängen sich über 60 winzige Yakitori-Stände aneinander. Es ist eng, rauchig und unglaublich atmosphärisch. Oder du schaust im vorbei – ein Areal mit über 200 Mini-Bars in sechs Gassen. Das "Albatross" hat sogar eine für die Gegend seltene Dachterrasse. Beachte nur: Viele Bars nehmen eine "Cover Charge" (Sitzgebühr) von 300 bis 1.000 JPY (ca. 1,90–6,25 €).
Das Rathaus (Tocho) ist meine kostenlose Alternative zu SHIBUYA SKY. Der Ausblick ist fast genauso gut, und der Nordturm ist auch abends bis 22:00 Uhr offen.
Pflaumenblüte und saisonale Events
Vergiss kurz die Kirschblüte – Ende Februar gehört die Bühne der Pflaume. Am Schrein blühen rund 300 Bäume. Das Ume Matsuri (8. Feb – 8. Mär) ist mit seiner traditionellen Musik viel entspannter als der spätere Sakura-Trubel. Ich finde die Atmosphäre hier viel intimer.
Und dann sind da noch die Erdbeeren. Februar ist Hochsaison für Sorten wie Tochiotome. In Cafés kriegst du riesige Parfaits oder Mochi mit ganzer Erdbeere. Ein Traum für Süßschnäbel. Wenn du Fisch magst, schau beim Sakana & Japan Festival im Yoyogi-Park vorbei (20.–23. Feb). Da gibt es an 60 Ständen alles von gegrilltem Fisch bis zu Meeresfrüchte-Bowls.
Hol dir das 72-Stunden-Subway-Ticket für 2.100 JPY (ca. 13 €). Es gilt für Metro und Toei-Linien. Wenn du am Tag drei- bis viermal fährst, hast du das Geld ab dem zweiten Tag locker wieder drin.
Praktische Informationen
Wetter: Tagsüber ist es mit 10–11 °C okay, aber nachts wird es mit 2–3 °C echt frisch. Meist ist es sonnig. Mein Rat: Zwiebelprinzip! In den Gebäuden und Zügen wird nämlich oft extrem geheizt.
Einreise: Gute Nachricht: Aus D/A/CH brauchst du bis 90 Tage kein Visum. Mach aber unbedingt die Registrierung über "Visit Japan Web" vorher. Das spart Zeit bei der Einreise und du hast den QR-Code fürs steuerfreie Shoppen (ab 5.000 JPY) gleich parat.
Anreise: Nimm den Narita Express (N'EX) für 3.070 JPY (ca. 19 €), der bringt dich in knapp einer Stunde zum Bahnhof Tokio. Von Haneda bist du mit der Keikyu-Linie für 330 JPY (ca. 2 €) schnell in Shinagawa. Besorg dir vor Ort sofort eine IC-Karte (Suica oder Pasmo). Die Dinger sind Lebensretter für Bahn und Konbini. Tipp: Die mobile Suica im Apple Wallet funktioniert super mit unseren Kreditkarten.
Zahlungsverkehr: 1.000 JPY sind grob 6,25 €. Achtung: Viele kleine Ramen-Läden nehmen nur Bargeld. Heb also immer etwas am Automaten (z. B. 7-Eleven) ab. Trinkgeld? Kannst du stecken lassen, das ist hier unüblich.
Technik: Du brauchst einen Adapter für Typ A (zwei flache Stifte). Die Spannung ist 100 V, aber deine Handyladegeräte packen das meistens (Check den Aufdruck: 100–240 V).
Feiertag: Am 23. Februar feiert der Tennō Geburtstag. Da haben alle frei. Stell dich also drauf ein, dass es an den Touri-Spots voll wird.